Behandlungsmethoden

Behandlungsmethoden 2017-05-12T09:57:19+00:00

Behandlungsmethoden

Die Organfunktionen zur Fortpflanzung werden bei Mann und Frau durch verschiedene Hormone gesteuert. Bei einer assistierten Befruchtung, also einer reproduktionsmedizinischen Behandlung, wird Ihr natürlicher Zyklus zunächst durch die Gabe bestimmter Hormone unterdrückt. Anschließend wird das Wachstum Ihrer Eibläschen mittels weiterer Hormongaben gefördert und Ihr Eisprung gezielt ausgelöst. Die folgenden Filme und Informationen bieten Ihnen einen guten Überblick.
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Beispiel für die ovarielle Stimulation:

Die meisten IVF-Behandlungen werden mit hormoneller Stimulation durchgeführt. Ziel dieser Hormonbehandlung ist es, mehrere Eizellen zur Reifung zu bringen, die dann für die Befruchtung entnommen werden. Zunächst wird durch die sogenannte Downregulation die Ausschüttung Ihrer körpereigenen Gonadotropine (Sexualhormone) gehemmt. Durch die anschließende Stimulation werden Ihrem Körper wiederum Gonadotropine zugeführt. Diese Sexualhormone regen das Wachstum und die Reifung Ihrer Eizellen an – so wie es im natürlichen Zyklus durch körpereigene Hormone geschieht.

Warum wird der Eisprung unterdrückt?

Im Rahmen einer künstlichen Befruchtung ist es wichtig, mehrere Eibläschen heranreifen zu lassen. Da bei alleiniger Stimulation relativ rasch ein Eisprung eintreten würde, muss man den Eisprung unterdrücken.

Dies kann auf zwei Wegen passieren:

  1. Mittels Downregulation mit GnRH-Agonisten
  2. Mittels Downregulation mit GnRH-Antagonisten

Stimulationszyklus IVF/ICSI: „GnRH-Agonisten-Protokoll“

Die Downregulation beginnt in Ihrem Vorzyklus um den 20. oder 21. Zyklustag. Durch ein spezielles Nasenspray oder mittels Hormonspritzen wird die Freisetzung Ihrer körpereigenen Gonadotropine (Sexualhormone) gehemmt. Ab dem 2. oder 3. Zyklustag werden dann Ihre Eizellen zum Wachsen und Reifen angeregt. Dafür spritzen Sie ca. 9-12 Tage lang täglich eine auf den Körper abgestimmte Dosis Gonadotropine. Diese Hormone werden in der Regel mittels einer winzigen Nadel unter die Haut gespritzt. Die Spritzen bzw. Injektionspens sind so ausgelegt, dass Sie sich diese ohne Arztbesuch leicht selbst verabreichen können.

„GnRH-Antagonisten-Protokoll“ der IVF/ICSI Behandlung

Dieses Schema beginnt mit der „Stimulation“. Ab dem 2./3. Zyklustag werden Ihre Eizellen zum Wachsen und Reifen durch tägliches Spritzen von Sexualhormonen (Gonadotropine) angeregt. Ab dem 5./6. Zyklustag wird ein Hormonrezeptor blockiert („antagonisiert“) und dadurch die Freisetzung der körpereigenen, den Eisprung auslösenden Hormone unterdrückt.

Mittels Ultraschall beobachtet Ihr Arzt den Wachstums- und Reifestatus sowie die Anzahl Ihrer Eizellbläschen (Follikel). Haben Ihre Eizellbläschen eine bestimmte Größe oder die LH-Konzentration in Ihrem Blut einen bestimmten Wert erreicht, so wird Ihr Eisprung durch ein Medikament, welches ein besonderes Hormon (hCG) enthält, ausgelöst.

Durch dieses Medikament, das abends gespritzt wird, erfolgt die Endreifung Ihrer Eizelle. Die Eizellenentnahme (Punktion) erfolgt ca. 36 Stunden nach dieser Injektion.

Beispiel für die Follikelpunktion:

Ungefähr 36 Stunden nach Gabe einer Hormonspritze (z. B. hCG) zur endgültigen Eizellreifung werden Ihre Eizellen unter kurzer Narkose unmittelbar vor dem Eisprung von Ihrer Scheide aus punktiert.

Der ca. fünfminütige Eingriff wird bei Vollnarkose vorgenommen, damit er schmerz- und komplikationslos durchgeführt werden kann.

Assistierte Reproduktionstechnik (ART) ist der Fachbegriff für die künstliche Befruchtung. Dieser Begriff umfasst verschiedene Kinderwunschbehandlungen, die eine Schwangerschaft ermöglichen sollen. Abhängig von der Ursache der Unfruchtbarkeit können beispielsweise folgende assistierte Reproduktionstechniken angewandt werden:

• Intrauterine Insemination (IUI),
• In vitro Fertilisation (IVF),
• Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

Intrauterine Insemination (IUI)

Beispiel für eine Intrauterine Insemination (IUI):

IUI ist der Fachbegriff für das Einbringen der Samenzellen in die Gebärmutterhöhle. Bei diesem Verfahren werden zum Zeitpunkt des Eisprungs aufbereitete Spermien Ihres Partners mit Hilfe eines dünnen Katheters (Schlauchs) direkt in Ihre Gebärmutterhöhle übertragen.

Nach Abgabe der Spermaprobe Ihres Partners wird diese zunächst untersucht (Spermiogramm) und anschließend mit einer speziellen Lösung „gewaschen“ (Spermienpräparation).

In Vitro Fertilisation (IVF)

Beispiel für eine In Vitro Fertilisation (IVF):

IVF ist der Fachbegriff für die „Befruchtung außerhalb des Körpers“. Bei dem Verfahren der „In-Vitro- Fertilisation“ findet die Befruchtung Ihrer Eizellen durch Spermien Ihres Partners außerhalb Ihres Körpers in einem Glasschälchen statt.

Nach Gewinnung der Spermaprobe durch Masturbation und Aufbereitung durch Wasch- und Zentrifugationsvorgänge werden Ihre Eizellen und die Spermien Ihres Partners in einer speziellen Nährlösung außerhalb Ihres Körpers im Labor in einer Glasschale (Petrischale) zusammengebracht. Die Spermien dringen aus eigener Kraft in die Eizellen ein und befruchten diese. Diese Methode wurde bereits 1978 erstmals erfolgreich eingesetzt.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Beispiel für eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI):

ICSI ist der Fachbegriff für das gezielte Einbringen eines einzelnen Spermiums in die Eizelle und wird auch Mikroinjektion genannt. Die „Intrazytoplasmatische Spermieninjektion“ ahmt den natürlichen Vorgang des Eindringens eines Spermiums in die Eizelle nach. Ihre Eizellen werden unter einem speziellen Mikroskop für die Spermieninjektion mit einer Haltepipette fixiert. Dann wird jeweils ein einzelnes Spermium in eine dünne Injektionspipette aufgezogen und in Ihre Eizelle injiziert.

Ihre befruchtete Eizelle reift in einer speziellen Nährlösung im Labor in einer Petrischale außerhalb Ihres Körpers im Brutschrank weiter zum Embryo heran. Eine Indikation für eine ICSI-Therapie ist eine erheblich reduzierte Samenzellqualität Ihres Partners.

Beispiel für den Embryonentransfer:

Die aus befruchteten Eizellen entstandenen Embryonen werden in Ihre Gebärmutterhöhle übertragen. Bei diesem sogenannten Embryo-Transfer werden mit Hilfe eines Kunststoff-Katheters zwei bis fünf Tage nach der Eizellentnahme bis zu drei Embryonen (i.d.R. 1-2 Embryonen) in Ihre Gebärmutterhöhle eingesetzt.

Hierzu ist keine Narkose notwendig. In Ihrer Gebärmutterhöhle müssen sich die Embryonen weiterentwickeln und in Ihre Gebärmutterschleimhaut einnisten. Zwei Wochen nach der Behandlung wird mit einem Schwangerschaftstest (ßhCG-Nachweis) der Erfolg überprüft.

Beispiel für die Implantation:

Die Implantation bzw. Einnistung ist der Moment, in dem sich eine befruchtete Eizelle in Ihre Gebärmutterschleimhaut einnistet. Die Einnistung ist nach der Befruchtung eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft.

Wurde eine Eizelle (oder mehrere Eizellen) in Ihrem Eileiter befruchtet, starten dort bereits die Zellteilungen. Dann legt die befruchtete Eizelle noch den Weg durch Ihren Eileiter zurück. Dieser Embryo nistet sich in Ihrer Gebärmutterschleimhaut ein, nachdem er aus der Eihülle geschlüpft ist.

Der durchschnittliche Zeitpunkt der Einnistung ist sechs bis zehn Tage nach der Befruchtung Ihrer Eizelle.

Hormone sind eine Art chemische Botenstoffe, die durch den Blutkreislauf des Körpers zirkulieren. Aus Blutproben lassen sich im Labor die Hormonwerte bestimmen.

Bei bestehendem Kinderwunsch ist es sinnvoll, Ihre Hormonwerte zu überprüfen. Dadurch lassen sich zum Beispiel Erkrankungen an der Schilddrüse als Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch ausschließen. Anhand der Hormonwerte im Blut lässt sich auch eine Schwangerschaft nachweisen. Sie geben weiterhin Hinweise auf mögliche Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch.

Folgende Hormone spielen beim Kinderwunsch eine wesentliche Rolle:

Follikel-Stimulierendes Hormon (FSH)

FSH wird in Ihrer Hirnanhangsdrüse produziert und bewirkt das Heranwachsen der Eibläschen (Follikel).

Luteinisierendes Hormon (LH)

LH wird in Ihrer Hirnanhangdrüse produziert und bewirkt die Endreifung Ihrer Eibläschen und den anschließenden Eisprung (Freisetzung der Eizelle aus dem Eibläschen).

Östradiol

Östradiol wird in Ihren heranreifenden Eibläschen (Follikel) produziert und hat eine Vielzahl an Funktionen. Es regt unter anderem das Wachstum Ihrer Gebärmutterschleimhaut an. Je grösser das Eibläschen während seiner Entwicklung wird, umso mehr wird Östradiol produziert und ausgeschüttet.

Progesteron

Progesteron wird hauptsächlich in der zweiten Hälfte des Zyklus produziert. Es bereitet Ihre Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung vor und schützt Ihren Embryo vor einer Abstoßung.

Humanes Choriongonadotropin (hCG)

hCG ist ein Sexualhormon, welches bei Männern und nicht-schwangeren Frauen unter anderem in der Hirnanhangdrüse gebildet wird und z. B. zur Reifung der Keimzellen (Samen oder Eizelle) beiträgt.

Mütterliches hCG wird von der Gebärmutterschleimhaut gebildet und trägt maßgeblich zum Erhalt Ihrer Schwangerschaft in der Frühphase der Schwangerschaft bei.

Anti-Müller-Hormon (AMH)

AMH wird in Ihrem Eierstock produziert und gibt Aufschluss über Ihre Eizellreserve im Eierstock, er dient also als Marker für die Bestimmung Ihrer Fruchtbarkeit.

Beispiel für ein Spermiogramm:

Ein Spermiogramm ist das Ergebnis einer Sperma-Untersuchung Ihres Partners. Eine Untersuchung des Spermas wird oft durchgeführt, um bei Ihrem bisher erfolglosem Kinderwunsch die Fruchtbarkeit Ihres Partners und die Erfolgsaussichten der verschiedenen Methoden der künstlichen Befruchtung einschätzen zu können.

Wie läuft eine Sperma-Untersuchung ab?

Eine Sperma-Untersuchung wird nach mehreren Tagen der sexuellen Enthaltsamkeit durchgeführt, wobei eine Abstinenzzeit von weniger als zwei und mehr als sieben Tagen die Qualität des Ejakulats verfälschen kann. Die Spermaprobe wird durch Masturbation gewonnen, untersucht und ausgewertet. Die Bewertung erfolgt anhand eines von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgegebenen Standards. Untersucht werden Eigenschaften wie z. B. Form, Beweglichkeit und Anzahl der Spermien.

Was besagt die 12-Wochen-Frist?

Um eine verminderte Spermienqualität bei Ihrem Partner eindeutig festzustellen, wird nach dem ersten Spermiogramm mit ungünstigen Ergebnissen ein zweites oder drittes Spermiogramm angeschlossen, um das Ergebnis zu bestätigen. Hierbei sollte jeweils eine 12-Wochen-Frist eingehalten werden. Es braucht 3 Monate, um komplett neue Spermien bilden zu können. Erfahrungsgemäß gibt bereits die erste Analyse eine klare Richtung vor.